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    Private Altersvorsorge

    In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

    Private Altersvorsorge | 17.6.2021 Drucken

    Reformunwille der GroKo gefährdet Riester-Rente

    Die DWS stellt das Riester-Neugeschäft ein. Als Grund nennt der Vermögensverwalter fehlende politische Reformen.

    Einer der größten Vermögensverwalter in Deutschland teilte heute in einer Pressemitteilung mit, dass er ab dem 1. Juli 2021 keine neuen Riester-Verträge mehr anbietet. Über eine halbe Million Kunden entschieden sich bis jetzt für eine Riester-Rente bei der DWS. Das Ende bezieht sich dabei nur auf das Neugeschäft, alte Verträge werden weiter fortgeführt.

    Riester-Rente vor dem Aus?

    Damit reagiert die DWS nach eigenen Angaben auf die immer noch ausbleibenden Gesetzes-Reformen der Bundesregierung. Die viel kritisierte 100-Prozent-Beitragsgarantie ist weiterhin verpflichtend bei der Riester-Rente. Garantie und Sicherheit wird in diesem Zusammenhang oft verwechselt. Zu Beginn der Auszahlungsphase muss wegen der Beitragsgarantie mindestens die eingezahlte Geldsumme für die Verrentung zur Verfügung stehen. Was zunächst nach enormer Sicherheit für Altersvorsorgesparer aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick als Danaergeschenk. Durch die Vorschrift der Garantie sind Anlagen am Kapitalmarkt nämlich nur sehr eingeschränkt möglich. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld gibt es kaum sichere Anlagen, die noch Rendite abwerfen.

    Das Kapital muss nach Aussage der DWS wegen der Beitragsgarantie fast ausschließlich in konservative und damit negativ rentierende Anleihen investiert werden. Das eingezahlte Geld im Riester-Vertrag kann sich so nicht vermehren. Das Problem dabei: Gleichzeitig verliert es durch die Inflation Jahr für Jahr an Wert. Zu Beginn des Ruhestands haben Sparer mit der Riester-Rente folglich zwar genauso viel Geld wie eingezahlt zur Verfügung, können sich davon aber viel weniger kaufen. Vor allem Sparer, die keine Zulagen vom Staat erhalten, machen mit der Riester-Rente real ein Minusgeschäft.

    Schlechtes Geschäft für alle Beteiligten

    Auch für die Finanzbranche ist dieses Geschäftskonzept nicht mehr zielführend. Der Verwaltungsaufwand der Riester-Verträge ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften enorm. So ist die DWS nicht der erste Vermögensverwalter oder Versicherer, der sich aus dem Riester-Geschäft zurückzieht. Die Branche fordert schon seit Langem eine flexiblere Lösung. So sollen Kunden sich zwar weiterhin für eine 100-Prozent-Beitragsgarantie entscheiden können, zugleich aber auch die Option auf eine niedrigere Garantie, zum Beispiel 80 Prozent, bekommen. Nach der aktuellen Gesetzeslage ist das aber nicht möglich.

    Bereits im April diskutierte das Deutsche Institut für Altersvorsorge in einer Ausgabe von DIA Digital über die Problematik. Auch ein Vertreter der DWS war dabei zu Gast und monierte, dass nach den jetzigen Vorgaben eine Riester-Rente für renditeorientierte Sparer viel zu unattraktiv ist. Damals bestand noch die Hoffnung auf Reformen seitens der Bundesregierung. Allerdings wurde in der nun auslaufenden Wahlperiode keine gesetzliche Änderung eingebracht. Die Linke erklärte Riester vor Kurzem für komplett gescheitert. Sollte der Gesetzgeber doch noch eine Reform zur Riester-Rente auf den Weg bringen, will die DWS einen erneuten Einstieg ins Geschäft prüfen.

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