Nachricht an die Redaktion

    Ihre Nachricht an uns


    Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

    Vorsorgemappe

    Newsletter abonnieren & kostenlose Vorsorgemappe anfordern.

    Der digitale Nachlass

    Newsletter abonnieren & das Dokument "Der digitale Nachlass" anfordern.


    DIA Update

    Abonnieren Sie den kostenlosen
    Newsletter des DIA.

    Gesetzliche Rente

    Auf Generationen gebaut: So zahlen die Jungen für die Alten.

    Gesetzliche Rente | 7.5.2020 Drucken

    Welches Rentenniveau ist angemessen?

    Im Bericht der Rentenkommission, der ausgesprochen dünn ausfiel, steckt ein Vorschlag, den bislang kaum jemand beachtet hat. Künftig soll das sogenannte Diffusionsniveau Antwort auf die Frage geben, ob die Rente ausreichend bemessen ist.

    Diese neue Kennziffer, so die Meinung der Kommissionsmitglieder, liefert einen zusätzlichen und auch besseren Maßstab für die Verteilungsposition der Rentner. Bislang wird sie mit dem Rentenniveau angezeigt. Diese Größe missverstehen allerdings viele als eine Ersatzrate gemessen am früheren Arbeitseinkommen. Das stimmt aber nicht. Das Rentenniveau beschreibt die Relation der verfügbaren Standardrente zum verfügbaren Durchschnittsentgelt. Die Standardrente wiederum ist eine fiktive Größe, die sich aus 45 Beitragsjahren zum jeweiligen Durchschnittslohn ergibt.

    Betriebsrente Gesetzliche RenteMit dem Diffusionsniveau soll die Standardrente zusätzlich ins Verhältnis gesetzt werden zum durchschnittlichen Bedarf in der Altersgrundsicherung außerhalb von Einrichtungen. Vereinfacht gesagt, es beschreibt den Abstand der Leistungen aus dem Rentensystem zu den Leistungen aus dem Fürsorgesystem. Teilt man die Standardrente durch das Einkommen bei Grundsicherungsbezug, liefert dieser Bruch den „Abstandsindikator“. Sind beide gleich groß, nimmt dieser Indikator den Wert 1 an, da es keinerlei Abstand zwischen den beiden Systemen gibt. Das Diffusionsniveau ergibt sich aus dem Kehrwert dieses Bruches multipliziert mit 100.

    Abstand zur Fürsorgeleistung

    Dieser Betrachtung liegt die Maßgabe zugrunde, dass Rentenzahlungen, die auf jahrelang entrichteten Beiträgen beruhen, einen ausreichenden Abstand zu den Leistungen aus dem beitragslosen Fürsorgesystem aufweisen müssen. Doch welcher Abstand ist angemessen? An dieser Frage werden sich die Gemüter noch erhitzen. Schließlich geht er aus einem politischen Aushandlungsprozess hervor. Dafür braucht es allerdings einen begründeten Maßstab.

    Die Kommission hat in ihrem Bericht schon mal eines ausgeschlossen. Mit dem Vergleich von verfügbarer Standardrente und durchschnittlichem Grundsicherungsbedarf solle keineswegs die Aussage getroffen werden, die verfügbare Standardrente sei ausreichend bemessen, so lange sie sich oberhalb des Grundsicherungsbedarfs bewegt. Vielmehr müsse es Ziel sein, einen angemessenen Abstand aufrechtzuerhalten.

    Die Diskussion ist eröffnet

    Dr. Johannes Steffen, der das informative Portal Sozialpolitik betreibt, brachte dafür unlängst einen Vorschlag ins Gespräch: Pragmatische Gründe sprechen seiner Meinung nach dafür, dass Erwerbsbiografien mit 45 Beitragsjahren und im Mittel 75 Prozent des Durchschnittsentgelts eine verfügbare Altersrente ergeben sollten, die mindestens das verfügbare Einkommen bei Grundsicherung im Alter beträgt. Zur Begründung für die Festlegung auf diese Zahl führt er zwei Argumente ins Feld: 75 Prozent des Durchschnittsentgeltes nach Anlage 1 des Sozialgesetzbuches IV entsprechen ziemlich genau der Niedriglohnschwelle vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer. Auch die inzwischen abgeschaffte Rente nach Mindestentgeltpunkten sah eine Anhebung von Zeiten mit niedrigem Arbeitsentgelt auf 75 Prozent des Durchschnittsentgelts aller Versicherten vor.

    Damit ist die Diskussion über den angemessenen Abstand der Rente zur Fürsorgeleistung eröffnet. Je nach politischer Farbe werden die Parteien höhere oder niedrigere Grenzen ziehen, sollte es in absehbarer Zeit tatsächlich zur Einführung des Diffusionsniveaus kommen. Damit fände zugleich ein wenig „Ehrenrettung“ für die Rentenkommission statt. Die notwendige Reform des Rentensystems hat sie nämlich ein halbes Jahrzehnt aufgeschoben.

    Nachricht an die Redaktion

    Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

    Nachricht an die Redaktion

    Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

      Ihre Nachricht an uns


      Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

      Artikel teilen

      [contact-form-7 404 "Nicht gefunden"]
      Ausgewählte Artikel zum Thema
      Rente

      Zahlen zur Rente: Wer, wie viel und wie lange?

      Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat neue Zahlen und Statistiken veröffentlicht, die nach wie vor ein differenziertes Rentenbild in Ost und West zeigen. Demnach erhielten im Jahr 2018 rund 1,35 Millionen rentenversicherte Frauen und Männer erstmals eine gesetzliche Rente gezahlt. Diese Summe setzt sich zusammen aus rund 784.000 Altersrentnern, 168.000 Erwerbsminderungsrentnern und 398.000 Beziehern einer gesetzlichen […]

      Artikel lesen
      Rente Höhe Kosten

      Was bewirkt die Pandemie im Rentensystem?

      Die Corona-Krise wird Spuren im System der gesetzlichen Rente hinterlassen. Darin sind sich alle einig. Bleibt die Frage: Wie heftig fallen diese Effekte aus? Das Munich Center for the Economics of Aging (MEA) am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik hat den Versuch unternommen, die Auswirkungen zu berechnen. Eine leichte Aufgabe ist das nicht. Zuviele Unwägbarkeiten […]

      Artikel lesen
      Rente

      Rentenkommission: Scheitern mit Ansage

      Ende vergangener Woche übergab die Rentenkommission der Bundesregierung ihren Abschlussbericht. Fazit: Ziel verfehlt. Da sich CDU/CSU und SPD bei ihren Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2017 zur Rente nicht einigen konnten, blieb eine Fehlstelle im Koalitionsvertrag. Diese sollte die Komission verlässlicher Generationenvertrag im Laufe der Legislatur schließen. Sie tagte alles in allem fast 22 Monate. Am […]

      Artikel lesen