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    Einkommen & Vermögen

    Rund ums liebe Geld: So viel wird verdient.

    Einkommen & Vermögen | 31.5.2017 Drucken

    Seit 2010 legten Löhne der Geringverdiener zu

    Die Ungleichheit der Einkommen ist derzeit wieder ein heftig diskutiertes Thema. Prof. Dr. Alexander S. Kritikos, Forschungsdirektor im Vorstand des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), hat die Entwicklung der Bruttostundenverdienste in Deutschland seit den 90er Jahren untersucht und liefert Fakten für die Versachlichung der Auseinandersetzung über die Löhne.

    Der DIW-Forscher machte zwei unterschiedliche Phasen bei den Lohntrends in den einzelnen Einkommensgruppen aus.

    Alexander S. Kritikos „In der ersten Phase zwischen 1995 und 2010 kann man sagen: Je höher die Lohngruppen, desto besser war auch die Lohnentwicklung. In den höchsten drei Dezilen gibt es Lohnzuwächse, in den niedrigsten vier, fünf Dezilen sehen wir zum Teil erhebliche Reallohnverluste bis 2010.“ Ab 2010 hat Prof. Kritikos dann einen u-förmigen Verlauf beobachtet. Die unteren und oberen Lohndezile legten zu, die mittleren blieben etwas zurück, erfahren aber auch positive Zuwächse. „Insgesamt heißt das aber aber nach wie vor, dass es über die letzten 20 Jahre hinweg nur in den höheren Lohngruppen Reallohnzuwächse gab.“

    Die Einkommensschere ging nicht weiter auf

    Bis zur Finanzkrise habe sich die Schere zwischen hohen und geringen Löhnen weiter geöffnet. Ab 2010 bleibe diese Schere auf einem konstanten Abstand. „Sie hat sich nicht wieder geschlossen, aber sie hat sich auch nicht nochmals geöffnet“, stellte Kritikos fest. Vermutlich sei seit der Finanzkrise aber der Abstand zwischen den höchsten und den mittleren Einkommensgruppen etwas größer geworden. Der DIW-Forschungsdirektor setzt sich im Gespräch auch mit den Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auseinander, der 2015 in Deutschland eingeführt worden ist. Er habe noch einmal dazu geführt, dass im Jahr seiner Einführung die Löhne in den untersten Dezilen wuchsen.  „Aber wir beobachten durchaus schon vorher Lohnerhöhungen in den untersten Dezilen. Das hat allerdings andere Gründe als die Einführung des Mindestlohnes.“

    Qualifikationen im Strukturwandel

    Als einen wesentlichen Grund nennt er eine Verschiebung von Ost- nach Westdeutschland. In den untersten Lohndezilen befinden sich nunmehr weniger Menschen aus Ostdeutschland und mehr aus Westdeutschland. Da aber in Westdeutschland auch im untersten Bereich höhere Löhne gezahlt werden, habe diese Strukturverschiebung dazu geführt, dass die Löhne im untersten Dezil nach 2010 angestiegen sind. „Ein zweiter Grund dürften Erhöhungen bei den branchenspezifischen Mindestlöhnen sein“, fügt Prof. Kritikos hinzu. Darüber hinaus stellte er einen erheblichen Strukturwandel im Zusammenhang mit den Qualifikationen fest. Es bestehe immer größerer Bedarf an hochqualifizierten Menschen mit Hochschulabschluss. Der Bedarf an Arbeitskräften, die keine Berufsausbildung haben, gehe statt dessen zurück. „Das wirkt sich natürlich insbesondere auf die Löhne aus, die an Menschen ohne Berufsausbildung gezahlt werden.“

    Aufstieg in höhere Einkommensklassen

    Der DIW-Forscher trifft auch eine Einschätzung zur Einkommensmobilität, also zu den Chancen, dass Geringverdiener in höhere Einkommensklassen aufsteigen: „Im Fünfjahreszeitraum betrachtet war von all denen, die in den untersten zwei Dezilen waren und weiterhin dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, etwas mehr als die Hälfte in der Lage, höhere Löhne zu erwirtschaften.“ Das sei besonders dann der Fall, wenn diese Menschen in Vollzeitbeschäftigung sind oder ihren Job gewechselt haben. Als Beispiel nannte er Schüler und Studenten, die in einfachen Jobs arbeiten, ihren Abschluss machen, den Job wechseln und dann meist die untersten Lohndezile verlassen.

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