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    Private Altersvorsorge

    In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

    Private Altersvorsorge | 12.7.2021 Drucken

    Krise als Startpunkt für den Vermögensaufbau

    Nach wie vor sorgen sich viele Bundesbürger um ihre Altersvorsorge. Dabei ist das Geldvermögen in der Pandemie stark gewachsen.

    Deshalb könnte nun ein guter Zeitpunkt für den Vermögensaufbau sein.

    Einkommen Vermögensaufbau

    Die Deutschen sind Europameister. Zumindest was das Sparen anbelangt. Laut einer Studie der Bank ING legten die Bundesbürger im Corona-Jahr 2020 fast 390 Milliarden Euro zurück. Das waren 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit gelangten deutsche Sparer in Europa zum achten Mal in Folge auf Platz 1 dieser Untersuchung.

    Insgesamt, so eine Berechnung der DZ Bank, ist das Geldvermögen der deutschen Privathaushalte 2020 damit auf 7,1 Billionen Euro gewachsen – ein Rekordniveau. Gleichzeitig aber bleibt die Altersvorsorge auf der Strecke. Beim aktuellen DIA-Deutschland-Trend Vorsorge gaben nur 28 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Ansprüche aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge für ausreichend halten.

    Am Anfang steht die Strategie

    Mehr als 70 Prozent gehen also von einer finanziellen Lücke im Alter aus. „Da viele Menschen, weil sie in der Pandemie weniger ausgeben konnten, nun mehr Geld zur Verfügung haben, erscheint das eine gute Gelegenheit, die Altersvorsorgeproblematik anzugehen“, meint Petra Ahrens von der Maiestas Vermögensmanagement.

    Doch wie setzen Sparer das um? „Zunächst“, erläutert Titus Schlösser von der Portfolio Concept Vermögensmanagement GmbH, „braucht es eine Anlagestrategie. Anleger sollten sich überlegen, wie viel Geld sie kurzfristig, zum Beispiel für wichtige Anschaffungen, brauchen und auf welchen Teil sie langfristig verzichten können.“

    Kontrolle über die Ausgaben

    Schwieriger sei es allerdings für Menschen, die während der Krise finanzielle Einbußen hatten. „In jedem Fall aber kann das Führen eines Haushaltsbuches helfen, um zu sehen, wofür man Geld ausgibt, wo man einsparen kann und wie viel für die Vorsorge übrig bleibt“, so Ahrens. Das geht mit der 50-30-20-Regel, nach der 50 Prozent des verfügbaren Einkommens für Fixkosten eingeplant werden sollten, etwa 30 Prozent für Freizeit und 20 Prozent für den Vermögensaufbau.

    Die Krise lehrte, Flexibilität zu schätzen

    Wer nun zur Umsetzung schreitet, sollte auf Flexibilität achten, rät Ahrens. „Die Krise hat gezeigt, wie wichtig es ist, finanziell flexibel zu bleiben“, sagt sie. Deshalb bieten sich Sparpläne auf Fonds oder Exchange Traded Funds oder fondsgebundene Produkte an. „Je nach Situation lassen sich Einzahlungen dabei stoppen oder erhöhen und man kann in Notlagen schnell auf das Geld zugreifen“, so die Expertin. Der zusätzliche Charme von Sparplänen: Wer wenig Geld zur Verfügung hat, kann diese schon ab 25 Euro im Monat abschließen. 

    Aktien inzwischen positiver besetzt

    Bei der Anlageform raten die Anlageexperten zu Aktien. Die gute Nachricht: „Aufgrund der negativen Zinsen, die allmählich bei vielen Kunden ankommen, sind Aktien inzwischen positiver besetzt“, stellt Schlösser fest. Das belegen Zahlen des Deutschen Aktieninstituts. Demnach stieg die Zahl der Aktionäre hierzulande in 2020 um 2,7 Millionen.

    „Allerdings dürfte manches davon unter die Rubrik Spekulation fallen“, meint Ahrens. „Zwar kann man mit Spielgeld in den Bitcoin oder Trendthemen wie Wasserstoff investieren, für den Vermögensaufbau aber eignet sich nur ein über Länder und Branchen breit gestreutes Portfolio sowie Investments in Firmen, die seit Jahren wachsen, etabliert sind und deren Geschäftsmodelle sich in Krisen als robust erwiesen haben.“

    Eine Chance, die Vorsorgelücke zu schließen

    Wichtig ist laut Schlösser, sich vorab über mögliche zwischenzeitliche Verluste im Klaren zu sein. „Junge Sparer können für die Altersvorsorge dann nahezu vollständig in Aktien investieren. Anlegern, die vor dem Renteneintritt stehen und längerfristig anlegen können, rate ich zu einem Aktienanteil von gut 60 Prozent“, sagt er.

    „Wer die genannten grundsätzlichen Regeln beachtet, regelmäßig spart und flexibel bleibt, ist damit auf künftige Krisen gut vorbereitet und hat die Chance, auch im aktuellen Umfeld seine Vorsorgelücke zu schließen“, so Ahrens Fazit.

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