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    Einkommen & Vermögen

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    Einkommen & Vermögen | 24.5.2017 Drucken

    Einkommen im Alter: Rente ist nicht alles

    Die Absenkung des Rentenniveaus, so lautet das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts der Wirtschaft in Köln (IW), führte bisher nicht zu verbreiteter Altersarmut. Die Wissenschaftler sahen sich daher an, wie sich Einkommen im Alter während der zurückliegenden Jahrzehnte verändert haben.

    Grafik-Einkommensstrukturen-im-AlterErkenntnis Nr 1: Die Bedeutung der gesetzlichen Rente sowie der Pensionen nahm im Laufe des zurückliegenden Jahrzehnts zwar in allen Einkommensgruppen ab, machte 2014 aber immerhin noch mehr als drei Viertel des gesamten Haushaltseinkommens der Älteren aus. Erfreulich dabei: In Paarhaushalten stammt ein wachsender Rentenanteil von den Frauen. 1980 trugen Männer in Westdeutschland 83 Prozent zu den gesamten selbst erwirtschafteten Renten innerhalb eines Haushalts bei. 2014 waren es nur noch 71 Prozent. Andere Forschungen zur sogenannten Gender Pension Gap deuten darauf hin, dass sich diese Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern weiter verringern werden.

    Erkenntnis Nr 2: Andere Einkommensquellen gewinnen im Alter an Bedeutung. Dieser Trend lässt sich in allen Einkommensgruppen feststellen. Parallel zu den gestiegenen Erwerbsquoten älterer Menschen steigt der Anteil der Arbeitseinkommen. Gleichzeitig wachsen die Betriebsrenten und Auszahlungen aus privaten Rentenversicherungsverträgen. Obwohl der Trend ähnlich ausfällt, sind die Niveaus der einzelnen Einkommenskomponenten in den verschiedenen Einkommensgruppen auffällig unterschiedlich. Im ärmsten Drittel der Ruhestandsbevölkerung stammen 85 Prozent des Einkommens aus der gesetzlichen Rente, im obersten Drittel hingegen nur 62 Prozent.

    Wer arbeitet im Alter weiter?

    Genau umgekehrt verhält es sich mit den Arbeitseinkommen. Das reichste Drittel bezieht daraus immerhin rund ein Fünftel seines Alterseinkommens. Im unteren Drittel sind es weniger als fünf Prozent, stellten die Autoren der IW-Studie fest. Das stützt die Annahme, dass die Erwerbsbeteiligung im Alter weniger aus finanzieller Notwendigkeit erfolgt. Darauf hatte das Deutsche Institut für Altersvorsorge übrigens bereits 2015 in einer Studie aufmerksam gemacht. Das belegen zudem die Erwerbsquoten in den einzelnen Einkommensbereichen der Ruheständler. Im untersten Einkommensdrittel gingen 4,3 Prozent der ab 65-Jährigen einer Erwerbstätigkeit nach. Im obersten Einkommensdrittel waren es mit 11,1 Prozent fast dreimal so viele.

    Selbständigkeit mit Folgen für die Rentenzeit

    Noch stärker ist die Bedeutung der Arbeitseinkommen vom vormaligen Erwerbsstatus abhängig, heißt es in der Studie. War der Haushaltsvorstand zuletzt oder während des Arbeitslebens vor allem selbständig, dann machen Arbeitseinkommen im Alter mehr als ein Viertel des gesamten Haushaltseinkommens aus. Bei ehemaligen leitenden Angestellten sind es knapp elf Prozent, bei ehemaligen Beamten im gehobenen oder höheren Dienst um die neun Prozent. Schlussfolgerung der Forscher: Der vormalige Erwerbsstatus des Haushaltsvorstandes hat einen wesentlichen Einfluss auf die Einkommensposition im Alter.

    Single-Haushalte sind besonders gefährdet

    Erkenntnis Nr. 3: Das Haushaltsumfeld bestimmt ebenfalls die Lebenssituation im Alter mit. So könnte der allgemeine Trend zu mehr Single-Haushalten das Risiko der Altersarmut ansteigen lassen. Sie sind überdurchschnittlich häufig von Armut bedroht. Allerdings weisen die Autoren der Studie auf einen relativierenden Faktor hin. 2015 lebten nämlich weniger 65-Jährige und Ältere in Single-Haushalten, als dies noch Mitte der 80er und 90er Jahre der Fall war. Zusätzlich ist der Anteil der über 75-Jährigen, die in einem Paarhaushalt leben, deutlich gestiegen. Anders als in der Gesamtbevölkerung gab es also eine zunehmende Tendenz zum Zusammenleben im Alter. Wie sich die Haushaltsstrukturen in Zukunft fortsetzen werde, lasse sich heute aber noch nicht abschließend beurteilen. Immerhin wächst in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen die Zahl der Single-Haushalte. Das hat mit großer Wahrscheinlichkeit auch Auswirkungen auf die künftigen Rentnerhaushalte.

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